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Zahra - Pinky Punk

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Die Nuss - Frischzellenkur

Ich bin 39 Jahre alt, Mutter einer 13-jährigen Tochter und verheiratet mit einem Unternehmensberater. Seit 20 Jahren schlafe ich mit demselben Mann: meinem Ehemann. Wir sind glücklich. Aber Erotik ... ? Die ist irgendwo in den Jahren auf der Strecke geblieben. Solche Überlegungen wären mir wohl auch in den nächsten 20 Jahren kaum in den Sinn gekommen. Wenn ich nicht während unseres letzten Urlaubs den heißblütigen Mike aus Südamerika kennen gelernt hätte. Plötzlich begriff ich, dass etwas Wichtiges in meinem Leben fehlt: purer, überraschender Sex. Sicher, mein Ehemann ist nicht schlecht im Bett. Er ist sogar gut. Keine schnellen Nummern, bei denen ich nicht auf meine Kosten komme. Stattdessen viel Gefühl, Küsse - sogar ein Sektfrühstück mit anschließender Verführung ist alle paar Monate drin. Nach 20 Jahre Ehesex ist das eine hervorragende Leistung, finde ich. Jedoch ... Peter kennt meinen Körper, ich kenne seinen. Wir haben alles entdeckt, was zu entdecken ist. Jeden Zentimeter seiner Haut habe ich mit den Lippen erforscht. Immer noch haben wir Spaß, sicher. Aber wir sind vertraut miteinander, zu vertraut und Routine schleicht sich ein.

Mit einem Whisky-Limone in der Hand trat Mike in mein Leben. Er servierte ihn mir an der Golfer-Bar mit viel Eis; und dabei schaute er mich an, seine Augen glühten, ihre Hitze versengte mich geradezu. Ein Schauer lief mir über den Rücken. Unwillkürlich warf ich einen Blick hinüber zu Peter, der einige Meter entfernt am Tisch saß. Peter bewunderte die Segler draußen in der False Bay. Vor ihm stand ein kaltes Bier, daneben lag seine geliebte Golfzeitschrift.
"Sie sind heute angekommen, Madame?", erkundigte Mike sich.
Ich nickte unbestimmt.

"Herzlich willkommen in Kapstadt. Ich bin Mike. Sie werden eine schöne Zeit haben und bestimmt ihr Handicap verbessern ..." Dabei ergriff er meine Hand ... Nein, das bildete ich mir ein. Er nahm bloß die Geldscheine. Aber dabei berührte er meine Hand den Bruchteil einer Sekunde länger als nötig ... "So fängt es an", mischte sich eine Dame ein. Ich verstand nicht und mein Unverständnis musste mir ins Gesicht geschrieben sein. "Ich meine, mit der Hand: So fängt es an." Sie war eine hübsche Frau: blond, gepflegt, groß gewachsen.

"Sie sind auch Deutsche?", fragte ich.
"Ja. Das Golf-Resort ist einer der wenigen Flecken auf der Erde, wo man wirklich ausspannen kann. Ich heiße Zahra." Dann geschah etwas Seltsames: Sie legte ein Ding auf die Theke, das ich nicht gleich einordnen konnte. Es hatte Form und Größe eines abgeflachten Eies und war durchsichtig und von einer Farbe wie Bernstein. Im Zentrum des Eies sah ich eine braune Nuss oder etwas ähnliches. "Ein Erinnerungsstück in Acryl gegossen?", vermutete ich. "Sie werden es auch hier finden. Es fängt hier an." "So etwas?", lachte ich. "Ich weiß nicht, es sieht nicht ... so schön aus."
"Aber es kann erregend sein."

Sie sagte tatsächlich "erregend". Das Wort irritierte mich. Weil es nicht hierher passte, weil ich seine Bedeutung nicht einordnen konnte. Die ganze Zeit über beobachtete uns Mike. "Darf ich noch etwas bringen?" Dabei griff er wieder nach meiner Hand. Völlig unnötig - aber schön. Mein Mann war ins Golf-Heft vertieft. Mike stellte mir einen zweiten Whisky-Limone hin. "Sie finden Zahras Andenken faszinierend, meine Dame?" Dabei glühten mich seine Augen an.

"Es ist rätselhaft."
"Er wird es Ihnen erklären", meinte Zahra und erhob sich, "und danach wird für Sie nichts mehr sein wie zuvor." Mike erklärte. Nachmittags, wenn Peter Golf spielte. Schließlich auch morgens, wenn Peter mit unserer Tochter segelte. Mike ließ mich entdecken, was Lust ist. Und vergessen, was Treue bedeutete. Er spürte meinem Duft hinterher: unter den Achseln, zwischen den Beinen. Ich fühlte seine Hände auf meiner Haut. Er zog die Backen des Pos auseinander, um die Gerüchen zu erforschen, die sich in der Falte verbargen. Und er erbat eine Gabe von mir ... Zuerst hielt ich es für einen Scherz. Dann tat ich es. Ihm zuliebe. Zuerst. Dann immer wieder - mir zuliebe. Denn es erregte mich und eine Welt tat sich auf; ein neues Gefühl, eine ungekannte Geilheit. Die mich so weit trug, dass ich mich vergaß, dass ich auch ihn machen ließ, was er von mir verlangte. Ich roch, schmeckte, verströmte. Beide wussten wir, dass es nicht ewig gehen könnte. Und versuchten, alles aus den wenigen Tagen herauszuholen, was möglich war. Zum Abschied machte Mike mir ein Geschenk. Im Flieger nach Deutschland hatte ich es in meiner Jackentasche und hielt es umklammert: ein bernsteinfarbenes Ei, darin eine braune Nuss. Immer würde sie mich an Mike erinnern. Neben mir saßen Peter und meine Tochter. Ja, ich hatte ein schlechtes Gewissen. Nein, ich bereute nichts.



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