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Pillen der Erkenntnis |
Pillen der Erkenntnis "Zahra, darf ich beichten?" Er kniete vor mir, aber ich würdigte ihn keiner Antwort. Er senkte die Augenlider und flüsterte: "Ich nehme deine Hand und führe dich auf unser Liebeslager, bette dich auf die Seidenkissen. Meine sanften Küsse bedecken dein Gesicht, deine vollen Lippen, den schlanken Hals. Meine Hände streicheln deine Brüste, fahren hinunter zum Bauch. Ich kuschele mich in deine Achseln und atme deinen Duft. Die Finger forschen tiefer. Über die Hüftknochen hinweg, deine festen Seiten entlang zu den Knien, gar bis zu den Füßen. Und wieder hinauf zu den weißen Schenkeln, zu der weichen Haut auf ihren Innenseiten ... Leise stöhnst du. Behutsam drücke ich deine Schenkel auseinander. Feucht bist du, und ich ahne die kostbare Perle, die dort wartet, um uns ins Paradies zu bringen. Doch erst versenke ich mein Gesicht in deinem Schoß. Dein Stöhnen wird lauter und ich schlürfe die ersten Tropfen deine Geilheit. Dabei streichele ich langsam mit der Hand an deinen Beinen entlang. Dein Atem geht schneller. Bitte ... ahh ... bitte tu es', bringst du mit zitternder Stimme hervor. Nein, noch nicht! Erst küsse ich deinen süßen Nabel, bewundere die vollen Brüste, die sich sanft in dem Rhythmus bewegen, den dein Becken vorgibt, welches längst bereit ist zur Empfängnis. - Und jetzt ... jetzt werde ich dich erlösen, du meine Zahra ..." Ich schlug Maximilian mit der Gerte hart über das Gesicht. Auf dem Grund seiner blauen Augen begann es zu glitzern. Hinterher nahm er eine weitere Pille und spülte sie mit einem Schluck Wasser hinunter. "Du übertreibst es", plauderte ich. Maxi war ziemlich schnell fertig gewesen, bis zum nächsten Termin hatte ich noch 20 Minuten Zeit. "Bestimmt", sagte er und wusch sich das nasse Gemächt. "Ich meine es ernst, Maxi." "Es ist wie eine Sucht. Die Wirkung ist zu fantastisch." Er hielt mir das Döschen einladend hin. Vier weiße Pillen kullerten darin. Kurz entschlossen griff ich zu. Sie schmeckte nach Traubenzucker, und ich fühlte nichts. Kein Problem, er bezahlte: Vier Damen hatte ich eingeladen. Sie standen nebeneinander im Studio, zwischen 18 und 39 Jahren alt. Alle trugen gleiche Kostüme, geschneidert nach Maxis Anweisungen von einer Schneidermeisterin aus Stuttgart, die ich seit Jahren kannte. Alles von Maxi gesponsert. Sein Architekturbüro lief spektakulär. Entwicklungsaufträge in Addis Abeba und Tripolis. Ölgeld. Die Röcke waren eierschalenfarben und fielen bis kurz über die Knie, dazu passten die taillierten Jacken in gleicher Farbe. Darunter weiße Blusen mit hochgestellten Kragen. Nylons, Schuhe mit Absätzen, aber nicht zu hoch. Alle Damen waren heute Morgen beim Friseur gewesen und hatten einen Kurzhaarschnitt bekommen, die Haare leicht toupiert. Sie sahen zum Anbeißen aus. Aber eigentlich kam es nur auf eine an. Die zweite von rechts, Maja. Das Besondere an ihr war, das sie nichts Besonderes hatte. Zumindest nichts Äußerliches. Alle vier Frauen sahen gut aus, so auch Maja. Alle hatten erotische Ausstrahlung, so auch Maja. Alle waren gepflegt und rochen gut, so auch Maja. Würde Maxi, der keine von meinen Kandidatinnen kannte, dennoch die eine heraus finden? Denn darum ging es. Er wollte beweisen, dass er sie sofort erkennen konnte. Ohne, dass sie den Mund aufmachte. Ohne, dass sie etwas sagte. "Wenn ich drauf bin, habe ich den Röntgenblick", gestand er mir einmal. "Wenn eine dominant veranlagt ist, sehe ich es unmittelbar und muss ihr dienen. Es steht ihr auf der Stirn. Es steht dort geschrieben, und ich kann es unmittelbar lesen, ich allein. Das ist mein ureigenes, besonderes Talent. Wenn ich meine Pillen eingenommen habe. Die Pillen der Erkenntnis." Mit einem eilig nachgeschobenen Lachen wollte er sein Geständnis, das ihn selbst überrascht hatte, ins Lächerliche ziehen. Doch ich wusste, er meinte es genau so, wie er es sagte, und sein Lachen klang künstlich. Meine Zofe kündigte ihn mir an. Ich gab Anweisung, Position einzunehmen. Die vier Frauen traten nebeneinander an die weiße Linie, die ich mit Kreppband auf dem Studioboden hatte aufkleben lassen. "Schultern zurück und die Augen geradeaus. Niemand nimmt Blickkontakt mit dem Mann auf." Ich hörte Maximilians Slipper über den Marmor des Flurs klacken, schon stand er neben mir - einen Kopf kleiner als ich - und warf einen flüchtigen Blick auf die Frauenparade. Er suchte Majas Blick, doch sie schaute stur geradeaus. Braves Mädchen. Maximilian trat vor sie: "Ich bin dein Diener." Der Architekt ging vor ihr auf die Knie und senkte den Kopf. Er hatte Maja in Sekundenbruchteilen identifiziert. Wie machte er das? Noch immer rührte sich Maja nicht. Er ließ sich von ihrer Regungslosigkeit nicht irritieren. Bei gesenktem Kopf griff er mit beiden Händen nach den Fingerspitzen ihrer Linken und setzte an zu einer Liebeslitanei: "Wir ficken zusammen. Eng umschlungen, du spürst meine Stärke, meine Liebe, meinen geilen Saft. Trinke ihn, trinke sein Leben. Wir liebkosen, wir stöhnen, seufzen, ficken. Spät schläfst du ein. Meine Augen verschlingen dich: deinen Rücken, deine Lenden, deinen Schoß, der so rosa glitzert, wie eine Blüte im Morgentau. Jeden Zentimeter deiner Haut möchte ich küssen, jede deiner Zellen kosten, meine Blume." Majas Lippen wurden schmal, sie entzog ihm mit einem Ruck ihre linke Hand. Es war vorbei mit ihrer Beherrschung. Mit der Rechten schlug sie ihm an die Schläfe. "Du geiler fremder Kerl, untersteh' dich, mich anzufassen!" Unmittelbar sackte er auf alle Viere, küsste ihre Schuhe. Sie trat nach ihm. Da war es wieder, das Glitzern in seinen Augen. "Meine Herrin, bitte ... dein Unmut ..." "Du geiler, alter Typ", fauchte Maja und trat ihm in die Nierengegend, "lerne, wie man sich einer Dame gegenüber benimmt!" Er buckelte vor ihr. "Ja, Herrin, nie mehr werde ich dir unter die Augen kommen." "Das ist auch besser so." Er kroch zum Flur. Doch sie verfolgte ihn. "So billig kommst du nicht davon, Bock. Zieh' die Hose aus!" Er hatte Maja in Fahrt gebracht, nun gab es keine Entkommen für ihn. Mit dem Schuh in der Hand schlug sie ihm auf die schneeweiße Pobacke. Aus dem Flur hallten die Schläge herüber. Die anderen Damen - keine Dominas - sahen sich erstaunt bis entsetzt an; eine hielt sich die Ohren zu. Das Klatschen des Leders auf der Haut tönte immer lauter. Dazwischen Maxis ersticktes Stöhnen: eine Mischung aus Schmerz und Lust. "Ahh ... mein Herrin ..." "Winselst du um Gnade und willst gut Wetter machen?" Der Schuh sauste, es knallte. "WILLST DU DICH EINSCHLEIMEN, DU BOCK?" "Nein, nein, Herrin, bestimmt nicht." "Dann hast du deine Strafe verdient?" "Ja ... ja ... ja." Sie hieb weiter auf seinen Po. "Oh ... ahh, ahh, jaaoh ..!" Er seufzte, gierte, spritzte seine Geilheit in den Flur und blieb schließlich erschöpft liegen. Schweißgebadet kehrte Maja ins Studio zurück. Die drei Frauen schauten die enttarnte Domina mit großen Augen an. "Was glotzt ihr so? Noch nie einen Mann geschlagen? Solltet ihr mit euren Kerlen auch mal machen, wirkt Wunder!", fauchte sie. Ich half Maxi auf. "War es gar zu schlimm?", erkundigte ich mich besorgt. Er grinste, etwas derangiert. "So gut ist es mir lange nicht gekommen." "Nun würde ich doch gern noch mal eine von deinen Domina-Erkenntnis-Pillen probieren", meinte ich. Er steckte sich gleich zwei davon in den Mund, ließ die Pillendose aber zuschnappen, bevor ich mir ebenfalls eine Tablette heraus nehmen konnte. "Lass gut sein", sagte er. "Es reicht, wenn einer nicht mehr davon los kommt." Ohne Wasser würgte er seine zwei Pillen eilig herunter. Vor einem Musikgeschäft durchstöberte ich CD-Hüllen in einer Auslage voller Sonderangebote. Nichts dabei. Das Café nebenan lockte. Ich bestellte einen Latte Macchiato, um mich einige Minuten vom Einkaufsbummel zu erholen. Mit schüchternem Lächeln setzte sich Maximilian zu mir. "Ein bekanntes Gesicht! Ich darf Sie einen Moment stören, Zahra?" "Wenn du mich nicht anfasst." Ich wollte meine Ruhe haben, aber auch keine Szene entwickeln. Also ergab ich mich in mein Schicksal. Außerdem hatte Maxi sich seit Monaten nicht mehr gemeldet, und ich war neugierig, wie es ihm ergangen war. "Wie ist die Auftragslage?" "Ach, es wurde zu viel. Ich habe das Büro aufgelöst." Er versuchte nicht mal ein entschuldigendes Lächeln. Die Kellnerin fragte nach seinen Wünschen, er mochte nichts bestellen. Ich orderte noch einen Kaffee und schob ihm meinen unberührten Latte hinüber. Sein sonst frisiertes Haar war wirr, die Zähne gelb, der Anzug zerknautscht. Ich schaute unter den Tisch: An den Knien war seine Hose mitgenommen. "Liegt es an den Pillen?", fragte ich. "Die nehme ich schon lange nicht mehr", meinte er tonlos. Er war so weit zusammen gesunken, dass sein Kinn fast die chromglänzende Tischplatte berührte. "Ich brauche sie nicht mehr. Ich habe eine Überdosis genommen, und die Wirkung ist nun immer da." Leise fing er an zu schluchzen. "Es lässt sich nicht mehr abstellen." Er schaute den Frauen, die an den anderen Tischen saßen, ausnahmslos auf die Stirn. Ohne sein Getränk angerührt zu haben, stand er plötzlich auf und stützte sich beim Herausgehen auf jede metallene Stuhllehne, die sich bot; mit Gewalt hielt er sich aufrecht, schaute die Frauen an. Draußen fiel er auf die Knie, umkreiste eine teuer-korrekt gekleidete Kostümlady mit hochhackigen Schuhen, die sich an einem der aufgestellten Stehtische mit einem Geschäftsmann unterhielt, während sie ein Brötchen verzehrte. Maxi leckte die Brötchenkrümel vom Asphalt. Kopfschüttelnd flüchtete das Paar. Auf allen Vieren steuerte Maxi eine andere Frau an, die bei den CDs stand. Als er ihre Nylons berührte, trat sie nach ihm und traf ihn oberhalb der Schläfe. Sein Körper krümmte sich, sie schlug ihn mit der flachen Hand weiter. Dabei sah sie keineswegs erbost aus. Ich kannte diesen Ausdruck: In ihrem strengen Gesicht spiegelten sich Erstaunen und Lust. Maxi sah sie von unten herauf an und leckte sich langsam über die Lippen, spürte wohl einem schönen Ziehen nach, das sich von den Lenden aus in seinem Körper ausbreitete. Der Orgasmus kam, Maxi hielt die Luft an und kniff die Augen zusammen. Als er sie wieder öffnete, sah er nicht glücklich und versuchte, mit der Hand den nassen Fleck im Schritt der Hose zu verdecken. Passanten waren stehen geblieben und lachten über ihn. Mir wurde der Kaffee serviert; ich trank ihn so heiß, dass es im Hals brannte. Die Geschichte ist urheberrechtlich geschützt. Strengstes Jugendverbot! Lizenziert zur Verwendung in dem geschlossenen Mitgliederbereich von Lady Zahra: www.zahra-bizarre.com. Weitergehende Rechte ausgeschlossen. |
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