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Vaganca Serie I. - Folge 2: Bekenntnisse einer Stripperin Mit einem Sprung bin ich bei ihm und entreiße seiner rechten Hand das Foto. "Es ist nichts!" "Nichts nennst du das!? Du hast gesagt, mit ihm wäre es lange vorbei – und jetzt trägst du dieses Foto bei dir!" "Bloß in meiner Handtasche ..." "Schlampe." Wut schießt in mir empor, zugleich sackt das Blut weg. Für den Bruchteil einer Sekunde wird mir schwarz vor Augen. In dem Backsteingebäude gegenüber der Metrostation Lubjanka hat der verhasste Stählerne Monate daran arbeiten lassen, mir derartige Gefühlsausbrüche ab zu trainieren. Vergeblich. Wer auch sollte es schaffen, einer Frau die Gefühle zu verbiegen? Auch die Lubjanka nicht. Ich reiße mir die Perlenkette vom Hals. "Mich nennst du Schlampe? Ich liebe dich! Eben noch, da, auf dem Lagetisch meines Chefs, während er nebenan tagt. Jedes Risiko gehe ich ein, alles riskiere ich, so wahnsinnig begehre ich dich. Und du nimmst dieses lächerliche Foto ..." Für 40.000 Euro hat mir der verliebte MC Perlen um den Hals gelegt. Jetzt sieht er, wie ich mir die Perlenkette herunter reiße. Sie baumelt in meiner Hand. MC wird bleich ... Doch die Perlen gleiten nicht vom silbernen Kettenband und spritzen nicht in den Lageraum, da sie, jede einzeln, mit kunstvollen Knoten an ihren Positionen fixiert sind. Wütend nehme ich das eine Ende des Kettenverschlusses zwischen Daumen und Zeigefinger, so dass die Perlenkette in ihrer ganzen Länge von 50 Zentimetern über dem Reißwolf pendelt. "Vaganca ..." MC haucht die Worte bloß. Er ist kurz vor der Ohnmacht. "Bitte ..." Als die erste Perle in dem schwarzen Schlitz verschwindet, faucht der Reißwolf kurz: Er reißt mir die Kette aus der Hand und frisst sie in einer Sekunde in sich hinein. Sklik, sklik, sklik macht es. Ein helles Splittern. Nicht laut, aber effektvoll. MC sackt zusammen. "Vierzigtausend", flüstert er. "Ich trauere um unsere Liebe. Du aber denkst zuerst an dein Geld", sage ich mit Stolz in der Stimme, trete auf ihn zu und schlage ihm ins Gesicht. "O, Vaganca ... bitte ... vergib mir ..." Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, lasse ich MC zurück. Die echten Perlen, die er mir schenkte, liegen in meinem Banksafe in Bratislava. Zu meinen Einsätzen trage ich Dubletten. Am nächsten Morgen habe ich mich verwandelt; nun bin nicht mehr Vaganca, sondern Irina. Dazu habe ich mir das schmale, längliche Kissen um die Taille gelegt und so einige Pfund zugelegt. Der Doktor ist in Eile, sein Chauffeur wartet draußen im gepanzerten S65. Die sechsjährige Tochter vom Doktor trödelt beim Müsli, während er seinen Kaffee im Stehen trinkt. "Irina, Sie machen Alica noch das Schulbrot und verabschieden sie?" Eigentlich ist das keine Frage, sondern einen Anweisung. Doch heute stelle ich mich ihm in den Weg. Irritiert schaut er mich an. "Alica braucht sie, Herr Doktor." "Sie machen mir ein schlechtes Gewissen, Irina." Er legt mir die Hand auf die Schulter, wie er es bei Schanditt tut. "Das sollten sie nicht, das mache ich mir selbst genug. Am Wochenende werde ich Zeit haben, dann ..." "Sie missverstehen mich, Herr Doktor, ich meine ..." – Ja, was meine ich? Sollte ich ihm sagen, dass ich eine russische Ex-Agentin bin? Das seine Tochter von russischen Agenten bedroht wird?......... >> weiter im Memberbereich ... |
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